Bildsprache & Bildauswahl
Bilder machen eine Schülerzeitung lebendig. Sie können informieren, Gefühle wecken oder eine Szene greifbar machen. Gleichzeitig tragen sie Verantwortung: Ein Bild kann Menschen stärken – oder unfair wirken.
1. Warum Bilder so wichtig sind
Viele Leser:innen sehen zuerst das Bild und erst dann die Überschrift. Ein gutes Bild:
- passt zum Thema des Artikels
- unterstützt die Aussage – statt abzulenken
- ist klar erkennbar und nicht verwirrend
- respektiert die abgebildeten Personen
2. Welche Aufgaben kann ein Bild in einem Artikel haben?
Bilder können in einem Artikel verschiedene Rollen übernehmen:
- Informationsbild: zeigt, wie etwas aussieht (z. B. neuer Pausenhof, Mensa, Projekt).
- Stimmungsbild: schafft Atmosphäre (z. B. Konzertlicht, Theaterprobe, Pausenhof-Stimmung).
- Porträt: stellt eine Person vor (z. B. neue Lehrer:in, Schülersprecher:in).
- Detailbild: zeigt etwas Kleines in Groß (z. B. ein besonderes Plakat, ein technisches Detail).
3. Was ist „Bildsprache“?
Bildsprache meint, wie ein Bild etwas zeigt: Perspektive, Ausschnitt, Licht, Farben, Gesichtsausdruck, Blickrichtung, Schärfe/Unschärfe.
Beispiele für Bildwirkung:
- Froschperspektive (von unten): lässt Personen größer, mächtiger oder wichtiger erscheinen.
- Vogelperspektive (von oben): kann Menschen kleiner, überblickbarer oder verletzlich wirken lassen.
- Sehr naher Ausschnitt: wirkt intensiv, persönlich, manchmal dramatisch.
- Viel Abstand: zeigt eher die Situation als die Person.
4. Gute Bildauswahl: Leitfragen
Stellt euch bei der Auswahl eines Bildes ein paar einfache Fragen:
- Passt das Bild wirklich zum Inhalt des Artikels?
- Ist klar erkennbar, was gezeigt wird?
- Wirkt das Bild respektvoll gegenüber den gezeigten Personen?
- Ist die Situation nicht peinlich oder bloßstellend?
- Dürfen wir dieses Bild rechtlich überhaupt verwenden? (Recht am Bild, Urheberrecht)
5. Typische Fehler bei Bildern
- Unpassende Symbolbilder: z. B. traurige Gesichter zu einem positiven Artikel.
- Verzerrende Ausschnitte: nur eine Person wird gezeigt, obwohl viele beteiligt waren.
- Peinliche Momente: offen herumliegende, unvorteilhafte Szenen ohne Einverständnis.
- Zu dunkle oder verwackelte Bilder: man erkennt kaum, was passiert.
- Fotos ohne Erlaubnis: rechtlich und ethisch problematisch.
6. Bildunterschriften – kleine Texte mit großer Wirkung
Die Bildunterschrift erklärt kurz, was auf dem Bild zu sehen ist. Sie sollte:
- informativ sein („Wer? Was? Wo?“)
- keine falschen Aussagen machen
- Personen korrekt benennen (mit Einverständnis)
7. Symbolbilder & neutrale Motive
Nicht immer braucht ihr echte Personen. Manchmal sind neutrale Motive besser:
- Schulgebäude, Klassenzimmer, Bücher, Stifte
- Detailaufnahmen, z. B. Hände beim Schreiben, Notizbücher, Technik
- Szenen von hinten, bei denen niemand klar erkennbar ist
Das ist oft sinnvoll, wenn es um sensible Themen geht (z. B. Mobbing, Prüfungsstress).
8. Checkliste: Faire & passende Bildauswahl
- Bild passt inhaltlich zum Artikel.
- Perspektive und Ausschnitt sind fair für die gezeigten Personen.
- Wir haben die Erlaubnis, das Bild zu verwenden (Recht am Bild).
- Das Bild wirkt nicht peinlich, beleidigend oder bloßstellend.
- Es gibt eine sinnvolle Bildunterschrift.