Reportage schreiben
Die Reportage nimmt Leser:innen mit hinein ins Geschehen. Sie verbindet Fakten mit Beobachtungen, Geräuschen, Stimmungen und Stimmen von Menschen.
1. Was unterscheidet eine Reportage von einem Bericht?
Ein Bericht beschreibt, was passiert ist – sachlich und strukturiert. Eine Reportage geht einen Schritt weiter:
- Sie beginnt oft mittendrin in einer Szene.
- Sie beschreibt Atmosphäre, Geräusche, Gesichter, Details.
- Sie enthält Zitate und Eindrücke vor Ort.
- Sie bleibt trotzdem faktisch korrekt.
2. Die Rolle der Beobachtung
Für eine Reportage musst du möglichst viel vor Ort beobachten:
- Wie sieht der Ort aus?
- Welche Geräusche hört man?
- Wie wirken die Menschen (gestresst, fröhlich, konzentriert …)?
- Welche kleinen Details erzählen etwas über die Situation?
Notiere dir Stichworte während oder direkt nach der Situation – sie helfen dir später beim Schreiben.
3. Typischer Aufbau einer Reportage
Es gibt nicht „die eine“ Form, aber ein typischer Aufbau könnte so aussehen:
- Szenischer Einstieg: mitten in der Situation, ohne alles sofort zu erklären.
- Erste Einordnung: Worum geht es? Wo sind wir? Warum ist das wichtig?
- Wechsel aus Szenen und Infos: Beobachtung ↔ Hintergrund ↔ Zitate.
4. Der Einstieg – „Mitten drin statt ganz von vorn“
Viele Reportagen beginnen nicht mit „Am Montag fand… statt“, sondern mit einem Moment:
- „Es riecht nach Farbe, irgendwo tropft ein Pinsel auf den Boden.“
- „Zwischen den Bücherregalen herrscht ungewohnte Stille.“
Danach erklärst du, was dahinter steckt.
5. Zitate & Stimmen einbauen
In einer Reportage sind Zitate sehr wichtig. Sie machen den Text lebendig und zeigen unterschiedliche Sichtweisen:
- Schüler:innen
- Lehrkräfte
- Schulleitung oder externe Gäste
Achte darauf, Zitate gut einzubauen – nicht einfach nur aneinanderreihen, sondern in Beobachtungen und Infos einbetten.
6. Sprache in der Reportage
In einer Reportage darf die Sprache ein wenig bildhaft sein – aber sie darf nicht übertreiben oder Dinge erfinden.
- konkrete Details statt allgemeiner Formulierungen
- Sinneseindrücke (sehen, hören, riechen, fühlen)
- trotzdem: keine falschen Aussagen, keine Erfindungen
7. Typische Fehler in Reportagen
- zu viel Deko-Sprache, zu wenig Inhalt
- reine Fantasie statt tatsächlicher Beobachtung
- durcheinander gewürfelte Szenen ohne klare Linie
- wichtige Infos fehlen (wer, wann, wo, warum?)
8. Mini-Übung für eure Redaktion
Ihr könnt die Reportage-Technik üben, ohne großes Event:
- Beobachtet gemeinsam 10 Minuten lang den Pausenhof oder eine AG.
- Notiert Geräusche, Details, kurze Szenen.
- Jede Person schreibt einen anderen Einstieg für eine mögliche Reportage.
9. Checkliste: Gute Reportage
- Szenischer Einstieg, der hineinzieht.
- Klar erkennbar: Worum geht es? Wo sind wir?
- Mischung aus Beobachtungen, Infos und Zitaten.
- Fakten stimmen, nichts ist ausgedacht.
- Text ist gut lesbar (Absätze, Struktur, keine endlosen Schachtelsätze).