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Tipps · Lesbarer Stil & klare Sprache

Lesbarer Stil & klare Sprache

Ein guter Text ist nicht nur inhaltlich richtig, sondern auch angenehm zu lesen. Mit ein paar einfachen Regeln kannst du deinen Stil sofort deutlich verbessern.

1. Für wen schreibst du eigentlich?

Bevor du anfängst, solltest du wissen, wer deine Texte liest:

Je klarer du deine Zielgruppe vor Augen hast, desto leichter fällt dir ein passender Stil.

Stell dir eine konkrete Person vor, der du den Text „erzählst“. So wirkt die Sprache automatisch natürlicher.

2. Kurze Sätze – klarer Kopf

Lange Schachtelsätze machen Texte anstrengend. Zu kurze Sätze wirken abgehackt. Eine Mischung ist ideal – mit eher kürzeren Sätzen als Basis.

Beispiel

Schwer lesbar:

„Im Rahmen der diesjährigen Projektwoche, die von Montag bis Freitag stattfand und an der alle Klassen der Jahrgangsstufen 5 bis 10 beteiligt waren, wurden zahlreiche Projekte zu sehr unterschiedlichen Themenbereichen durchgeführt, die von Umwelt über Technik bis hin zu Kunst reichten.“

Besser lesbar:

„In der diesjährigen Projektwoche von Montag bis Freitag machten alle Klassen der Stufen 5 bis 10 mit. Es gab Projekte zu vielen Themen: Umwelt, Technik, Kunst und mehr.“

3. Aktiv statt passiv

Aktivsätze wirken direkter und lebendiger als Passivsätze.

Beispiele

Faustregel: Wer handelt? – Diese Person oder Gruppe möglichst klar im Satz nennen.

4. Konkrete statt schwammige Wörter

Vage Wörter („irgendwie“, „total“, „voll“, „Sachen“) sagen oft wenig aus. Konkrete Wörter machen Texte anschaulich.

Beispiel

Frage dich: Kann sich jemand, der nicht dabei war, das gut vorstellen?

5. Füllwörter & Phrasen aufräumen

Manche Wörter brauchst du fast nie, sie machen den Text nur länger:

Du musst sie nicht komplett verbannen, aber überlege: Brauche ich dieses Wort wirklich?

6. Absätze & Zwischenüberschriften

Besonders in einer digitalen Schülerzeitung ist die Optik wichtig. Große Textblöcke erschlagen Leser:innen.

Online gilt: Texte müssen scrollbar und „scanbar“ sein. Leser:innen wollen schnell erkennen, worum es geht.

7. Nominalstil entschärfen

Nominalstil bedeutet: Viele Substantive statt Verben. Das wirkt oft bürokratisch.

Beispiel

8. Sprache & Respekt

In einer Schülerzeitung gehört Respekt zur Sprache dazu. Das heißt:

9. Überarbeiten: Der wichtigste Schritt

Die erste Version eines Textes ist selten perfekt. Überarbeiten gehört immer dazu:

Gute Texte entstehen beim Überarbeiten – nicht beim ersten Tippen.

10. Mini-Checkliste für klaren Stil

Bonus-Tipp: Lass den Text kurz liegen und lies ihn später noch einmal – du siehst dann viel schneller, was noch besser geht.