Im Redaktionsteam arbeiten
Eine gute Schülerzeitung ist Teamarbeit. Wenn Aufgaben klar verteilt sind, alle die Regeln kennen und es feste Abläufe gibt, macht die Arbeit mehr Spaß – und die Ausgabe wird zuverlässig fertig.
1. Wofür braucht ihr ein Redaktionsteam?
Eine Schülerzeitung ist mehr als nur „Texte schreiben“. Im Redaktionsteam kommen viele Aufgaben zusammen:
- Themen finden und planen
- Artikel schreiben und überarbeiten
- Fotos und Illustrationen organisieren
- Layout & Online-Veröffentlichung
- Social Media / Schul-PR (z. B. Aushänge, QR-Codes, Hinweise im Schulhaus)
Niemand muss alles können. Wichtig ist, dass ihr euch als Team versteht und euch aufeinander verlassen könnt.
2. Rollen im Redaktionsteam
Nicht jede Redaktion braucht die gleichen Rollen, aber folgende Aufteilung hat sich bewährt. Eine Person kann auch mehrere Rollen übernehmen – je nach Teamgröße:
- Redaktionsleitung: behält den Überblick, moderiert Sitzungen, achtet auf Termine.
- Themenplaner:in: sammelt Themenideen und pflegt den Redaktionsplan.
- Text-Redaktion: schreibt Artikel, Interviews, Kommentare und überarbeitet Texte.
- Bild & Medien: kümmert sich um Fotos, Grafiken, Audio/Video.
- Layout & Online: setzt Artikel ins System (z. B. schuelerzeitung.online) und testet die Ausgabe.
- Kommunikation: Kontakt zu Lehrkräften, Schulleitung, externen Partner:innen.
3. Aufgaben fair verteilen
Damit nicht immer die gleichen Personen alles machen, könnt ihr euch an diesen Fragen orientieren:
- Wer schreibt gerne? Wer fotografiert gerne? Wer hat Spaß an Technik?
- Wer hat regelmäßig Zeit, wer ist nur manchmal dabei?
- Welche Aufgaben können in Paaren oder Kleingruppen übernommen werden?
Hilfreich ist eine einfache Übersicht, z. B.:
- Ausgabe X – Artikel-Liste: Thema, Autor:in, Status (Idee / in Arbeit / fertig).
- Bild-Liste: Welche Artikel brauchen noch Fotos oder Grafiken?
- Technik-Liste: Wer pflegt was ins Redaktionssystem ein?
4. Feste Redaktionssitzungen
Mindestens eine regelmäßige Redaktionssitzung hilft enorm. Zum Beispiel:
- Wöchentlich 45–60 Minuten (z. B. AG-Zeit)
- oder alle zwei Wochen eine etwas längere Sitzung
Typischer Ablauf einer Sitzung:
- Kurzer Check-in: Was ist seit der letzten Sitzung passiert?
- Redaktionsplan durchgehen: Welche Artikel sind in Arbeit, was fehlt noch?
- Offene Fragen klären: Interviews, Fotos, Genehmigungen, Technik.
- Neue Aufgaben verteilen: Wer macht bis zur nächsten Sitzung was?
5. Team-Regeln für respektvolle Zusammenarbeit
Klare Regeln verhindern Streit und Missverständnisse. Überlegt euch zum Beispiel:
- Wie gehen wir mit Kritik an Texten um? (sachlich, freundlich, konkret)
- Darf jemand Texte anderer einfach ändern – oder nur Vorschläge machen?
- Wie entscheiden wir bei Meinungsverschiedenheiten? (Abstimmung, Leitung, Lehrkraft …)
- Welche Themen sind für die Schülerzeitung geeignet, welche eher nicht?
Gut ist eine kurze „Redaktions-Charta“ mit 5–10 Sätzen, auf die sich alle einigen. Beispielsweise:
- Wir behandeln alle fair und respektvoll.
- Wir schreiben nichts, was einzelne bloßstellt oder verletzt.
- Wir prüfen Fakten, bevor wir sie veröffentlichen.
- Wir halten Absprachen und Deadlines ein.
6. Feedback geben – ohne Frust
Texte, Layouts oder Bilder zu kritisieren, ist normal – entscheidend ist die Art und Weise:
- Erst etwas Positives erwähnen: „Das Thema ist spannend, besonders gefällt mir …“
- Dann konkret werden: „Hier ist der Satz sehr lang, vielleicht zwei Sätze daraus machen.“
- Vorschläge statt Befehle: „Vielleicht könntest du …?“ statt „Das musst du so machen.“
7. Deadlines & Verlässlichkeit
Ohne Termine wird eine Ausgabe oft nie fertig. Überlegt euch:
- Bis wann müssen Texte fertig sein?
- Bis wann müssen Bilder geliefert werden?
- Wann ist Layout-Schluss – also der letzte Tag, an dem noch etwas geändert werden darf?
Diese Termine sollten für alle sichtbar sein (z. B. Wandplan in der Schule, Online-Board, gemeinsamer Kalender).
8. Dokumentation & Transparenz
Je größer das Team, desto wichtiger ist eine einfache Dokumentation:
- Liste der Mitglieder mit Rollen (z. B. im Klassenraum oder im digitalen System)
- Redaktionsplan mit Themen, Status und Zuständigkeiten
- Notizen zu vergangenen Ausgaben: Was lief gut? Was war stressig?
So können auch neue Mitglieder schnell einsteigen und verstehen, wie ihr arbeitet.
9. Wenn es im Team mal knirscht …
Konflikte sind normal. Wichtig ist, wie ihr damit umgeht:
- Redet frühzeitig miteinander – nicht erst, wenn der Frust groß ist.
- Versucht, „Ich-Botschaften“ zu nutzen: „Ich fühle mich gestresst, wenn …“
- Bei größeren Konflikten: eine neutrale Person dazuholen (Lehrkraft, Vertrauensperson).
10. Kleine Rituale für die Redaktion
Rituale können die Arbeit im Team stärken und motivierender machen:
- kleiner „Newsflash“ am Anfang: Was war die spannendste Beobachtung der Woche?
- Mini-Feedback-Runde am Ende: „Was lief heute gut? Was nehmen wir mit?“
- Feier-Moment, wenn eine Ausgabe erscheint (Foto, Kuchen, Ankündigung im Schulhaus)